Behördengang vor Geburt

Die wichtigsten Behördengänge vor der Geburt – MUTTERSCHUTZ, ELTERNZEIT, KINDERGELD

Da kann einem manchmal ganz schwindelig werden…so viele organisatorische Herausforderungen und Behördengänge vor der Geburt. Da kommt einiges auf dich zu. Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld und Kindergeld beantragen, die Krankenkasse und den Arbeitgeber informieren, sich eine Hebamme suchen, vielleicht noch den Frauenarzt wechseln und noch viel mehr.

Damit du eine Orientierungshilfe und Übersicht hast, findest du in diesem Artikel alle wichtigen Behördengänge vor der Geburt für dich zusammengefasst.

Empfehlung für die Behördengänge vor der Geburt

Ich empfehle dir alle Formulare soweit vorzubereiten wie möglich, damit wenn dein Baby auf der Welt ist, du dich voll und ganz darauf konzentrieren kannst. Die Behördengänge vor der Geburt und das organisatorische Drumherum können belastend sein und sie rauben dir mitunter sehr viel Zeit – Zeit die du viel besser nutzen kannst. Zum Beispiel für den heimeligen Nestbau oder zum Packen der Krankenhaustasche für die Geburt. Was du beachten musst und erledigen kannst, habe ich dir hier zusammengefasst.

Alles was du vor der Geburt erledigen kannst, erledige. Denn es belastet dich nicht mehr, wenn du endlich dein Baby in den Armen hältst. Und vorbereiten solltest du, denn die erste Zeit nach der Geburt sollest du dich nur auf dein Baby, eure kleine Familie und euer Glück konzentrieren und jeden Moment genießen.

Elterngeldanträge vorbereiten

Der Elterngeldantrag ist zwar keiner der Behördengänge, den du schon vor der Geburt schon abschließen kannst. Aber du kannst ihn weitestgehend vorbereiten. Also, Anträge vorbereiten, Formulare vorausfüllen…Was du hast, hast du.

Kindergeld amtliches SchreibenInsbesondere für den Elterngeldantrag musst du recht viel Papierkram erledigen. Du benötigst einige Unterlagen und Dokumente, die du dem Formular beilegen musst. Und die kannst du schon jetzt zusammensuchen. Dazu gehören z.B. Lohn- / Gehaltsabrechnungen der letzten 12 Monate vor der Geburt deines Babys und den Mutterschaftsgeldbescheid deiner Krankenkasse.

Beantragt dein Partner ebenfalls Elternzeit, muss auch er dieses Formular ausfüllen und die Unterlagen und Dokumente beibringen. Das Formular sowie ausführliche Informationen findest du auf der Seite des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport deines Bundeslandes (link für NRW).

Zusätzlich brauchst du noch die Geburtsurkunde deines Babys, aber die bekommst du ja erst nach der Geburt.

Die Anträge können zwar erst nach der Geburt eingereicht werden, aber wenn du vorbereitet bist, musst du lediglich noch die Geburtsurkunde beilegen, eine Briefmarke draufkleben und an die zuständige Elterngeldstelle schicken.

Unterlagen für die Geburtsurkunde zusammensuchen

Viele Krankenhäuser melden die Geburt automatisch dem zuständigen Standesamt, welches dann die Geburtsbescheinigung bzw. Geburtsurkunde erstellt. Hierfür benötigst du jedoch weitere Unterlagen, die du am besten schon mit ins Krankenhaus nimmst. Folgende Unterlagen benötigst du:

• Kopie der Personalausweise der Eltern,

• Geburtsurkunden der Eltern und vorheriger Kinder,

• Ehe- oder Lebenspartnerschaftsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienstammbuch

Geburtsurkunde Elterngeld-Beantragung BehördengangIn der Regel schickt dir das Standesamt die Geburtsurkunde sowie Kopien für Elterngeld, Kindergeld, Mutterschaftshilfe (Krankenkasse) und religiöse Zwecke innerhalb einer Woche nach Hause.

Kindergeldantrag vorbereiten

Genauso wie den Elterngeldantrag, ist dies kein Behördengang, den du vor der Geburt komplett erledigen kannst. Dennoch kannst du auch den Kindergeldantrag schon fast vollständig vorbereiten. Der Antrag ist weniger umfangreich und wird zusammen mit der Geburtsurkunde an die zuständige Familienkasse geschickt.

Kindergeld steht jedem Kind bis zur Vollendung seines 18. Lebensjahres mit einem ständigen Wohnsitz in Deutschland zu. Die Höhe des Kindergeldes beträgt für das erste und zweite Kind jeweils EUR 184, EUR 190 für das dritte Kind und EUR 215 ab dem vierten Kind und für jedes weitere. (Stand 2016)

Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren

Wann du deinen Arbeitsgeber informierst, entscheidest alleine du. Im Grunde bist du nicht verpflichtet deinen Arbeitgeber zu informieren. Jedoch ist dies nur die Theorie. Denn sofern du deinem Arbeitgeber nicht von der Schwangerschaft erzählst, stehen dir auch nicht die besonderen Rechte für Schwangere zu. Zu diesen Rechten für Schwangere zählen z.B. besonderer Kündigungsschutz, besondere Überstundenregelung und keine Sonntags- und Nachtarbeit.

Und mal ehrlich, ab einem gewissen Zeitpunkt gelingt es dir auch nicht mehr deinen Babybauch unter der luftigsten Tunika zu verstecken – und das solltest du auch nicht! Die meisten werdenden Mütter warten trotzdem bis zur 12. Schwangerschaftswoche, da bis hier noch ein gewisses Risiko besteht.

Bei der Information des Arbeitgebers handelt es sich zwar nicht um Behördengänge vor der Geburt, aber dennoch um ein wichtiges Thema, das Beachtung verdient. Die Broschüre zum Mutterschutz und zu weiteren gesetzlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft im Berufsalltag findest du auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dort einfach nach „Leitfaden zum Mutterschutz“ suchen.

Elternzeit beim Arbeitgeber beantragen

Die Elternzeit lässt sich heutzutage ganz individuell festlegen.

• Nimmst nur du Elternzeit?

• Oder bleibt dein Partner auch zu Hause?

• Teilt ihr euch die maximale Elternzeit auf oder nehmt ihr gemeinsame Elternzeitmonate?

• Wie lange nehmt ihr Elternzeit in Anspruch?

• Möchtest du währenddessen arbeiten?

Entspannung weil Behördengänge vor der Geburt erledigt wurdenAlle diese Fragen lassen sich nicht in einem Satz erklären, sondern sind immer auch abhängig von deiner bzw. eurer individuellen Situation. Daher können wir an dieser Stelle leider nur begrenzt helfen Licht ins Dunkel zu bringen. Für weitergehende Informationen zu den Möglichkeiten empfehlen wir dir die Infoseiten und Broschüren auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Einige Bekannte und Freunde von uns haben auch ein persönliches Gespräch vereinbart und haben sich vor Ort von der Fachstelle beraten lassen. Oft kannst du aber solche Fragen auch direkt mit der Personalabteilung deines Arbeitgebers klären, da die meist näher an der Wirklichkeit sind und gegebenenfalls auch firmenspezifische Vorgaben und Leistungen berücksichtigen können.

Krankenkasse über die Schwangerschaft informieren

Genauso wie den Chef musst du auch deine Krankenkasse informieren. Festangestellten wird Mutterschutz von 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und 8 Wochen (bzw. 12 Wochen bei Mehrlingsgeburten) nach dem tatsächlichen Geburtstermin gewährt. In der Regel benötigt deine Krankenkasse die Bescheinigung deiner Frauenärztin über die Schwangerschaft und den errechneten Geburtstermin sowie eine aktuelle Gehaltsabrechnung zur Berechnung des Mutterschaftsgeldes während des Mutterschutzes.

Hebamme suchen

Suche dir frühzeitig eine Hebamme. Jede Frau ist anders und jede Schwangere wünscht sich eine andere persönliche Begleitung während der ersten Zeit nach der Geburt. Eine Hebamme begleitet dich während der Schwangerschaft – wenn du das möchtest – und insbesondere während der ersten Tage mit deinem Baby. Sie besucht dich zu Hause und erklärt dir alles Wichtige im Umgang mit dem Baby. Sie ist aber auch bei Fragen und Problemen für dich da.

Bevor du dich auf die Suche nach einer Hebamme machst, solltest du dich fragen, was dir wichtig ist. Frage dich, was du von einer Hebamme erwartest und auf welche Leistungen du verzichten kannst.

Zu den von Hebammen angebotenen Leistungen zählen u.a.

Elternzeit vor der Geburt beantragt• Schwangerenvorsorgetermine,

• Hilfe bei Beschwerden,

• Geburtsvorbereitung (über 7 Wochen oder am Wochenende),

• Beleggeburt und Rufbereitschaft,

• Wochenbettbetreuung zu Hause (max. 26 Termine in den ersten 8 Wochen direkt nach der Geburt + weitere Beratungen im 1. Lebensjahr),

• Rückbildungsgymnastik,

• individuelle Angebote wie z.B. Massagen, Akupunktur, Hypnose.

Es ist wichtig, dass du dich bei der Hebamme gut aufgehoben fühlst. Daher sollte die Auswahl mit Sorgfalt getroffen werden, genau wie bei deinem Frauenarzt. Am besten hörst du dich im Familien- und Freundeskreis um. Vielleicht kann dir jemand eine gute Hebamme empfehlen oder zumindest von seinen Erfahrungen berichten.

Lass dich aber nicht verrückt machen! Viele Schwangere werden ganz panisch bei der Suche der richtigen Hebamme. Und ja, ich gebe zu, eine Hebamme zu finden, wird mit jeder vergangenen Schwangerschaftswoche schwieriger. Aber ich kenne keine frisch gebackene Mutti, die nach der Geburt ohne Hebamme auskommen musste.

Im Internet gibt es gut organisierte Seiten zur Hebammensuche auf denen du sicher fündig wirst.

Frauenarzt wechseln ist kein BehördengangFrauenarzt suchen oder vielleicht wechseln

Suche dir einen Frauenarzt bei dem du dich wohl fühlst. Es ist völlig ok, den Frauenarzt während der Schwangerschaft zu wechseln. Es geht nur darum, dass du ein gutes Gefühl hast und dich gut betreut fühlst. Die Schwangerschaft ist eines der schönsten Ereignisse deines Lebens – wenn nicht das Schönste – und sollte sich auch so anfühlen. Dabei kann dir ein guter Arzt, dem du vertraust, helfen. Viele Frauenärzte haben eine Spezialisierung, z.B. Pränataldiagnostik, die für die Nackenfaltenmessung zur Erkennung bestimmter Chromosomenstörungen wichtig ist. Ob dir persönlich das wichtig ist, entscheiden nur du und dein Partner.

Geburt planen und bei Krankenhaus oder Geburtshaus anmelden

Wo soll dein Baby zur Welt kommen? Heutzutage ist vieles möglich und du wirst sicher deinen ganz eigenen Weg finden, wie du dein Baby zur Welt bringen möchtest. Vielleicht weißt du schon, wo du entbindest – im Krankenhaus, im Geburtshaus oder zu Hause… Und vielleicht sogar auch schon in welcher der zahlreichen Positionen und Stellungen du entbinden möchtest.

Das ist mehr als ich wusste und das ist gut, denn dann kannst du z.B. schon einige Krankenhäuser ausschließen und dir die Suche erleichtern.

Krankenhaus oder Geburtshaus Auswahl vor der GeburtUm die 30. Schwangerschaftswoche herum solltest du dich in dem Krankenhaus oder Geburtshaus deiner Wahl zur Geburt anmelden. Solltest du sich für eine Geburt im Krankenhaus entscheiden, ist es ratsam, sich dort vorher anzumelden. Die meisten Krankenhäuser bieten eine Kreißsaalführung und regelmäßige Informationsveranstaltungen an. Hier kannst du dir den Kreißsaal und, wenn du Glück hast und es gerade nicht voll belegt ist, auch ein Stationszimmer ansehen. Das kann später helfen, sich während der Geburt zu entspannen.

Wenn du dich zur Geburt anmeldest, besprichst du mit dem Kreißsaalteam in Ruhe wichtige Themen wie z.B. die Spinalanästhesie und wann die Entscheidung für einen Notfallkaiserschnitt fällt. Außerdem kannst du Fragen stellen und bestimmen, wie verfahren werden soll.

Alle wichtigen Einverständniserklärungen z.B. für eine Periduralanästhesie, kannst du vorab unterschreiben. Außerdem verfügen die Ärzte dann schon über deine Daten. Dass hat den Vorteil, dass eine Einweisung später schneller vonstattengehen und du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst.

Unterlagen für Behördengänge vor der GeburtFazit – Behördengänge vor der Geburt

Soweit so gut… Du bist am Ende der Liste angelangt und kannst jetzt erst einmal tief durchatmen. Wenn du einige dieser Punkte erledigt hast, wirst du dich bestimmt ein bisschen sicherer fühlen. Vorbereitung beruhigt. Gerade dann wenn dir ein Ereignis bevorsteht, was so wundervoll ist und von dem du nicht genau weißt, wie es dein Leben verändern wird.

Wie du beim Lesen sicherlich festgestellt hast, gibt es einige Behördengänge vor der Geburt vorzubereiten und jede Menge Organisatorisches zu bedenken. Du kannst schon eine Menge Papierkram vorbereiten, so dass du dich nach der Geburt nicht um all diese Dinge kümmern musst.

Ich hoffe, diese Übersicht hilft dir weiter, die Behördengänge vor der Geburt und die erforderlichen Vorbereitungen zu planen. Und sie bringt hoffentlich ein bisschen Licht in den Formular-Dschungel rund um die Schwangerschaft und Geburt.

Wenn du dich schon mal schlau machen willst über die Behördengänge nach der Geburt, dann gibt es auf dieser Seite eine Zusammenfassung.

Jetzt hoffe ich, dass du dich ein bisschen besser vorbereitet fühlst und freue mich über deine Erfahrungen.

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