7. Entwicklungssprung Titelbild

Die Entwicklungssprünge nach Oje, ich wachse mit Leben gefüllt | Claras 7. Entwicklungssprung – Reihenfolgen – um die 46. Woche

Claras 7. Entwicklungssprung begann mit unserer Ankunft in Bangkok und dem Beginn unserer Asienreise. Ein Familienabenteuer, das sich aufgrund des 7. Entwicklungssprung in den ersten Tagen zum Alptraum entwickelte. Vom Jetlag geplagt, erschlagen von der Hitze, Lautstärke und dem Gestank der asiatischen Metropole und von den Launen und Wutanfällen meiner Tochter entnervt, wollte ich nur noch eins – wieder nach Hause. Der 7. Entwicklungssprung schlich sich langsam an und tarnte sich als Jetlag, doch war heftiger als jeder andere Entwicklungssprung. Denn je älter die Kinder werden, desto sturer werden sie in solchen Phasen der Entwicklung auch und lassen sich nicht durch Nettigkeiten ablenken. Glücklicherweise hielt diese Phase des 7. Entwicklungssprung genau 9 Tage, bis Clara an der bekannten U-Bain Brücke Bekanntschaft mit einem kleinen Jungen machte und sie Bauklötze tauschten. Danach war sie wie ausgewechselt, der 7. Entwicklungssprung scheinbar beendet und wir alle konnten die weitere Reise endlich in vollen Zügen genießen.

Der 7. Entwicklungssprung – Was passiert generell bei Babys um die 46. Woche

Wenn das Baby im 6. Entwicklungssprung gelernt hat Kategorie zu bilden, zu benennen und zu identifizieren, kommt im 7. Entwicklungssprung der nächste große Entwicklungsschub – die Reihenfolgen. Dein Baby erkennt nun, dass es eine bestimmte Abfolge gibt in der Sachen getan werden. Dafür muss es viel beobachten und auch selbst ausprobieren. Dazu gehören z.B. Sand mit einer Schippe aufnehmen und in den Eimer entleeren, Essen mit einem Löffel aufnehmen und in den Mund führen und essen, Schuhe holen und sie versuchen anzuziehen. All das sind Reihenfolgen, die das Baby schon kennengelernt hat und die es jetzt jetzt in diesem 7. Entwicklungssprung selber machen will.

7. Entwicklungssprung Reihenfolgen Selbermachen

Im 7. Entwicklungssprung wollen die Kleinen alles selber machen. Dass das nicht immer klappt führt oft zu Frustration.

Es weiß wie es geht, aber der Knackpunkt ist – es kann es noch nicht alleine. Und diese Situation frustriert dein Baby und macht es häufig auch sehr böse und wütend. Das äußert sich dann in Wutausbrüchen, quengeligem und nörgeligem Verhalten und Stimmungsschwankungen. Die Stimmungsschwankungen im 7. Entwicklungssprung bringen wiederum dich auf die Palme und bald – so war es zumindest bei mir – zur Verzweiflung.

Doch auch dieser 7. Entwicklungsschub geht vorbei und danach kann das Baby womöglich schon im Haushalt helfen. Zwar macht es das alles zehnmal so langsam, aber es freut sich, dass es helfen kann, dass es gebraucht wird und räumt die Einkaufstüten aus und reicht dir jeden Artikel einzeln zum Verstauen. Ist doch auch irgendwie süß.

Claras 7. Entwicklungssprung ganz konkret: „Freud‘ und Leid um die 46. Woche“ – Reihenfolgen

7. Entwicklungssprung Reihenfolgen spielerisch erlernen

Im 7. Entwicklungssprung hat Clara jede Menge Reihenfolgen nachgeahmt – oft packte sie ihre Tasche und krabbelte zur Tür.

Clara hatte an Reihenfolgen im 7. Entwicklungssprung ihren großen Spaß. Als sie verstanden hat, dass der Lichtschalter das Licht anknipst, wollte sie ständig, dass ich sie zum Lichtschalter hochhebe. Füttern durfte ich sie plötzlich nicht mehr, aber mit dem Löffel essen konnte sie auch noch nicht. Also gab ich ihr oftmals den Löffel zum Üben und sie hielt ihn manchmal einfach nur in der einen Hand und stocherte im Essen herum und schob sich mit der anderen Hand das Essen in den Mund. So übte sie. Und ich ließ sie. Schuhe anziehen, Zähne putzen sobald ich ins Badezimmer ging, Wäsche aus der Maschine in den Korb legen und umgekehrt waren alles Reihenfolgen, die Clara total begeisterten. Und Clara hatte im 7. Entwicklungssprung verstanden, wie man es richtig macht und versuchte jetzt ständig, es irgendwie anders zu machen… Wenn ich einmal keine Zeit oder Geduld für diese „Tests“ hatte, weil es mal wieder stressig war, bekam sie einen Wutanfall und schmiss sich gerne auch auf den Boden und schrie die ganze Wohnung zusammen. Von einer Sekunde auf die nächste.

Der 7. Entwicklungssprung – Anhänglich ist gar kein Ausdruck

7. Entwicklungssprung Reihenfolgen extreme Anhänglichkeit

Am Liebsten spielte Clara während des 7. Entwicklungssprung in meiner Nähe oder mit mir.

Im 7. Entwicklungssprung war Clara total anhänglich und wuselte die ganze Zeit um mich herum. Nur ich durfte mich um sie kümmern, teilweise wurde auch Julius mit lauten Geschrei in die Flucht geschlagen. Doch auch wie und was ich dann tat, war keinesfalls richtig. Sie protestierte bei allem – Wickeln, An-/Ausziehen, Kochen, Essen, Gesicht waschen… Es war irgendwie und irgendwann alles falsch. Sie klammerte sich ständig an mein Bein und zog sich an mir hoch. Wenn ich sie nicht auf den Arm nahm oder sie auf den Boden setzte und ihr erklärte, dass ich sich gerade nicht auf den Arm nehmen kann, protestierte sie, weinte bitterlich mit dicken Krokodilstränen und steigerte sich regelrecht da hinein.

Gefühlt konnte ich im 7. Entwicklungssprung den Raum nicht verlassen, ohne dass sie mir entweder hinterher krabbelte (wenn ich Glück hatte) oder anfing zu weinen und zu schreien.

Der 7. Entwicklungssprung – Selbermachen und immer wieder scheitern

Clara wollte ab dem 7. Entwicklungssprung plötzlich alles selber machen. Strümpfe anziehen, Haare bürsten, mit dem Löffel essen, aus dem Becher trinken… Einfach alles. Und dass es ihr nicht gelang, brachte sie regelrecht auf die Palme. Ungeduldig war sie und frustriert und das äußerte sich in Wutanfällen und Spielzeug, das durch die Luft flog oder wütend auf den Boden geschlagen wurde.

Gleichzeitig war ich die ganze Zeit dabei ihr zu sagen, was sie alles nicht darf, sie zu ermahnen und zu schimpfen, wenn sie eine Grenze bewusst überschritt. In diesem 7. Entwicklungssprung kam ich mir vor wie die ‚Böse‘. Und ich ärgerte mich, dass Clara auch immer genau das wollte und versuchte zu tun, was sie nicht durfte. Doch auch dieses Testen und Herausfordern ist anscheinend ein ganz normales Verhalten in dieser Entwicklungsphase und der Versuch, Grenzen auszutesten.

Der 7. Entwicklungssprung  – Seltsame Ängste

7. Entwicklungssprung Reihenfolgen seltsame Ängste

Plötzlich fürchtete sich Clara vor ganz alltäglichen Dingen, wie der Kamera oder dem Staubsauger.

Plötzlich hatte Clara ganz seltsame Ängste. Neben den nächtlichen Alpträumen, die sie immer wieder hochschrecken, weinen und schlecht schlafen ließen, hatte sie im 7. Entwicklungssprung plötzlich Angst vor Dingen und Geräuschen vor denen sie vorher keine Angst hatte. Wie z.B. vor dem Handstaubsauger, der Musik-CD oder der Kaffeemaschine. Dann klammerte sie sich an mich und fing manchmal auch an zu wimmern. Obwohl sie zuvor noch zum Staubsaugergeräusch wunderbar einschlafen konnte und es trotzdem nicht lassen konnte, der Kaffeemaschine beim Kaffee machen zuzusehen.

Beliebte Spiele im 7. Entwicklungssprung

Ganz beliebt war bei uns im 7. Entwicklungssprung das „Helfen bei den Einkäufen“. Bitte dein Kind dir zu helfen. Beim Einkaufstasche ausräumen zum Beispiel. Clara fand es ganz toll die Einkaufstasche auszuräumen und mir nach und nach jedes Teil anzureichen, damit ich es wegräumen konnte. Dabei habe ich alles benannt und Clara erklärt was wir warum tun.

Auch sehr beliebt war im 7. Entwicklungssprung das „Helfen beim Anziehen“. Clara war immer ganz stolz und hat gestrahlt, wenn sie mir beim Schuhe anziehen helfen konnte. Sie streckte den Fuß aus und rieb ihren Schuhe immer daran. Zusammen haben wir ihn dann angezogen und ich habe sie gelobt.

Clara wollte sich im 7. Entwicklungssprung auch unentwegt selber die Haar bürsten und Zähne putzen. Ich habe es ihr einige Male vorgemacht und mich dann mit ihr vor den Spiegel gesetzt. Jetzt konnte sie es selbst versuchen und sich dabei beobachten.

Ganz groß war im 7. Entwicklungssprung auch das „Selber essen“. Das war mit Abstand das Schwierigste. Clara wollte ab einem bestimmten Zeitpunkt im 7. Entwicklungssprung nur noch selber essen. Den Löffel selber halten. Nur leider konnte sie das noch nicht richtig. Es war ein Kampf. Deswegen gab ich ihr entweder etwas auf den Löffel und reichte ihn ihr dann und führte ihn zusammen mit ihr zum Mund oder ich gab ihr einen Löffel zum Üben in die Hand und fütterte sie gleichzeitig mit einem zweiten. Wenn sie sich selbst einmal etwas in den Mund gelöffelt hatte, war sie stolz wie Oscar.

Fazit zum 7. Entwicklungssprung

Zwischen der 47. Und 52. Woche ist der 7. Entwicklungssprung dann überstanden. Wie gesagt unsere Hochphase war nach rd. 9 Tage überstanden. Was danach kam, war machbar, verständlich und erträglich. Das Baby kann nun viele neue Situationen verstehen und diese bewusst steuern. Es ist wieder fröhlicher und selbständiger. Es spielt meist wieder längere Phasen für sich allein und ist genügsamer.

So auch unsere Clara. Der 7. Entwicklungssprung war heftig. Ich hatte das Gefühl, dass es noch nie so anstrengend war, wie um diese Lebenswochen herum. Klar, mag das auch an den äußeren Umständen in Asien gelegen haben, aber vielmehr war es, glaube ich, Claras Starrköpfigkeit und bewusste Trotzigkeit, die mich an den Rande der Verzweiflung brachten. Mein Verständnis dafür schwand mit jedem Mal das sie mich aufs Neue herausforderte und unsere Grenzen austesten wollte.

Doch so heftig wie der 7. Entwicklungssprung kam, so plötzlich verschwand er auch wieder. Und danach war Clara besonders ruhig, genügsam und fröhlich. Ich weiß ja, es sind Extremsituationen und Entwicklungen, die unsere Kleinsten in dieser Zeit des Entwicklungsschubs durchmachen und sie können nichts für ihr Verhalten. Aber ich war einfach nur heilfroh, dass ich irgendwann „meine Clara“ wieder zurück hatte und auch diese Entwicklungsphase somit überstanden war.

Ich drücke dir die Daumen, dass euer 7. Entwicklungssprung nicht so anstrengend wird oder war und bin gespannt auf deine Erfahrungen und Schilderungen. Schreib uns gerne deine Erfahrungen mit dem 7. Entwicklungssprung in einen Kommentar.

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2 Antworten
  1. Sabrina
    Sabrina says:

    Hallo ihr Drei!
    Ich bin zur fleißigen Leserin eures Blog geworden. Ich finde ihn ganz toll. Ich weiß selbst wie viel Arbeit das macht und ihr schreibt sooo viel und so ausfürlich. Großes Lob!
    Diese Oje ich wachse Reihe finde ich total toll. Ich habe seit Tonis Geburt die App und finde es immer erstaunlich wie genau die Entwicklungsschritte vorausgesagt werden. Genau wie ihr es hier auch über Clara beschreibt, hab ich bei Toni vor ein paar Tagen auf einmal komische Ängste festgestellt. Bisher fand er es lustig, wenn ich dusche nun weint er dabei auf einmal… auch das Geräusch des Mixers in der Küche und des Staubsaugers findet er nun nicht mehr gut.

    Ich freue mich drauf mehr zu lesen!

    Viele Grüße
    Sabrina

    Antworten
    • Die Mutter
      Die Mutter says:

      Liebe Sabrina,
      das freut uns sehr, dass Dir unser Blog gefällt und Dir unser Blick auf die Wachstumssprünge nach Oje ich wachse weiterhelfen. Es werden ja noch ein paar folgen, so dass der Lesestoff nicht ausgehen sollte 🙂 Wir haben auch die Bücher und die App und finden sie auch sehr hilfreich, denn die Entwicklung von so einem MiniMensch ist schon etwas ganz Besonderes und auf den ersten Blick nicht immer sofort verständlich….vor allem warum Sachen, die vorher problemlos gingen, plötzlich zu weinen und Verängstigung führen. Clara hat/hatte auch Angst vorm Staubsauger. Aber mittlerweile ist das schon wieder relativ ok. Immer wieder was Neues 🙂
      Euch ein schönes Wochenende noch und schnelles Durchstehen des Entwicklungssprungs

      Antworten

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